The LostLift Database
Removal good: Fritz (Friedrich) Hohenberg
Provenance:
Transport (Land) / Transport (overland)
Lagerung / Storage
Fa. Hugo Schönsee & Co.
Hamburg
Pos. Lond. 5718
Im Anschreiben von Hugo Schönsee vom 30. August 1939 an Ludwig Hohenberg, an den die 14 Kisten seiner Brüder und Schwägerin gehen sollten, schreibt Schönsee, dass die Schifffahrt von Hamburg nach London zur Zeit "infolge der ungeklärten politischen Verhältnisse z.Zt. eingestellt" sind. "Nach Wiedereröffnung der Schiffahrt werden die 14 Kisten auf jeden Fall sofort an Ihre Adresse auf den Weg gebracht."
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LASH Abt. 510 Nr. 8542
Transport (Land) / Transport (overland)
Fa. S. Schöpfer
Hamburg -> Rotterdam
Umleitung des Umzugsgutes von Hamburg in das neutrale Holland, um es von dort nach Übersee zu verschiffen. Transport entweder durch die Wiener Fa. Schöpfer oder die Hamburger Fa. Hugo Schönsee.
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LASH Abt. 510 Nr. 8542
Lagerung / Storage
Fa. H. Hoogewerff Junior & Co's Transportbedrijf N.V.
Rotterdam
Fa. Hoogewerff Junior & Co. schreibt am 28. Dezember 1939 an Ludwig Hohenberg in London, dass die 14 Kisten Umzugsgut nach Rotterdam expediert werden, mit der Order, sie in die USA zu verschiffen. Sie bitten ihn um die genauen Instrukitonen für diesen Transport.
Als die Kisten angekommen sind, schicken sie ein Telegramm mit den Angaben der Kosten für den Überseetransport: 33 USD / cbm.
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LASH Abt. 510 Nr. 8542
Beschlagnahmung / Confiscation
Transport (See) / Transport (seaborne)
Fa. Schenker & Co. GmbH
Rotterdam -> Binnenschiff MAASSTROOM -> Delfzijl -> Dampfer MIRANDA -> via Hamburg nach Lübeck
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LASH Abt. 510 Nr. 8542
Umzugsgutliste / Inventory
In den Kisten befand sich das Umzugsgut von Eveleine Hohenberg, Robert Hohenberg und Fritz Hohenberg.
Im Eigentum von Robert und Eveleine Hohenberg: Glassammlung (93 Glasservicestücke), antikes Markenporzellan (176 Porzellanservice-Gegenstände), wertvolle Gemälde (12 Bilder), Silber usw."
Im Eigentum von Fritz Hohenberg: 10 Bilder, 30 Ölgemälde und Stiche, 90 Porzellangegenstände, 10 Nippsachen
Die Listen mit dem Umzugsgut, als auch Listen mit Kunstwerken und Listen mit antiken Glasobjekten und Porzellanfiguren inkl. Zeichnungen, befinden sich
Umzugsgut Robert Hohenberg: Photoapparat, Bürounterlagen, Kücheneinrichtung, Matratzen, Federbetten, Kissen, Lampen, Deckenleuchter, Kleidung, 18 Bücher, Hüte, Teppich, Tischdecken uvm.,
Umzugsgut Fritz Hohenberg: Kleidung, Tischwäsche, Handschuhe, Hüte, Gardinen, Schuhputzmaterialien, Rasierer, Matratzen, Kissen, Federbetten, Klapptisch, Kücheneinrichtung, Staubsauger, Schreibmaschine, Teppiche, Lampen, Skier und -stöcke, Schlittschuhe uvm.
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LASH Abt. 510 Nr. 8542
Gutachten / Expertise
Gutachten / Expertise
Dietrich Roskamp
Aufwändiges Wertgutachten über eine Liste von 22 Gemälden (s. in Dokumente)
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LASH Abt. 510 Nr. 8542
Gutachten / Expertise
Rückerstattungsverfahren / Compensation procedure
Wiedergutmachungskammer des Landgerichts Kiel
Antragsteller ist eine Erbengemeinschaft, u.a. der Bruder Robert Hohenberg (geb. 24.03.1897 in Wien, später New York), seine Ehefrau Eveline Hohenberg, geb. Metzger, sein Bruder Ludwig Hohenberg und Eva Hohenberg, die Tochter von Ludwig und Nichte von Robert Hohenberg.
Robert Hohenberg ist der Alleinerbe nach Fritz Hohenberg.
Zuerst in Berlin verhandelt, dann nach Kiel verwiesen, erst an das Wiedergutmachungsamt, dann an die Kammer.
Vergleich am 17.03.1967 über 32.500 DM.
32500
DEM
LASH Abt. 510 Nr. 8542
Further information
Im Mai 1940 bemüht sich Ludwig Hohenstein per Brief an die Firma Hoogewerff Junio & Co.'s, die bei ihnen lagernden 14 Kisten an seine Schwägerin Eveline Hohenberg auszugeben, die "in allernächster Zeit" in Rotterdam eintreffen sollte. Von dort will sie sich nach Rotterdam einschiffen und die Kisten mitnehmen. Weiterhin bittet er am 8. Mai 1940 um Versicherung des Eigentums von Eveline Hohenberg über 20.000 USD. Er bittet die Lagerfirma "...und stehen Sie ihr dann in dieser Angelegenheit sowie bei der Verladung mit Rat und Tat bei, denn sie ist fremd in Rotterdam und wird ausserdem in großer Eile sein."
Unmittelbar nach dem Krieg bemüht sich Eveleine Hohenberg um die Versendung ihres Gutes nach New York und bekommt von der Firma Hoogewerff am 12. November 1945 die Antwort, dass das Umzugsgut konfisziert wurde: "Wir sind damals angewiesen worden, diese Sendung einem deutschen Spediteur auszuhändigen. Soviel uns bekannt, ist diese Sendung daraufhin nach Lübeck spediert worden, wo dieselbe unter den bombengeschädigten Einwohnern dieser Stadt verteilt wurde.
Soviel uns bekannt, gibt es bis heute noch keinerlei Instanz, wo Sie diesen Verlust anmelden können."
1962 macht der ehemalige Mitarbeiter der Transportfirma S. Schöpfer aus Wien ein Aussage über sein und das Bemühen seiner Kollegen, im Jahr 1939 für die fliehenden jüdischen Menschen noch möglichst viele wertvolle Gegenstände von der Zollaufsicht unbemerkt einzupacken und dabei "eine große Praxis darin gewonnen, die Aufmerksamkeit der Kontrollorgane abzulenken und anstelle der zur Ausfuhr genehmigten minderwertigen Gegenstände, wertvollste Stücke hineinzupraktizieren". (s. in Dokumente LASH Abt. 510 Nr. 8542).