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Removal good: Fredericia/Frieda/Fritzi Minna Auguste Bleichröder, gesch. Heidenreich, geb. Brinkmann
Documents: Number 19
moreless
Provenance:
Auswanderungsgenehmigungsverfahren / Emigration permit procedure
EUR
StAHH 314-15 Oberfinanzpräsident (Devisenstelle und Vermögensverwertungsstelle), Nr. FVg 7221
Transport (Land) / Transport (overland)
Lagerung / Storage
Beschlagnahmung / Confiscation
Transport (Land) / Transport (overland)
Versteigerung / Auction
Wirtschaftsamt Lübeck
Aus dem Schreiben des Oberfinanzpräsidenten Schleswig-Holstein , Verwaltung für Reichs- und Staatsvermögen, 30.12.1948: "Die Gegenstände sind 1943 zum größten Teil auf ministerielle Anordnung hin dem Stadtwirtschaftsamt Lübeck zur Abgabe an Fliegergeschädigte, an Umsiedler und an vertriebene Auslandsdeutsche zum Taxwert zur Verfügung gestellt worden. Die Namen der Käufer wurden leider nicht festgehalten. Wertvolle Gemälde und Kunstgegenstände wurden vielfach einem Museum übergeben."
EUR
LASH Abt. 510 Nr. 9626
Umzugsgutliste / Inventory
Fredericia/Frieda/Fritzi Minna Auguste Bleichröder, gesch. Heidenreich, geb. Brinkmann
Vollständige hochwertige Wohneinrichtung, darunter div. Möbel (Schränke, Tische, Stühle, Bettgestelle, Matratzen, Kleiderständer, Spiegel, Büffet, Eisschrank, Stehlampen uvm.), 1 Diwan, 2 Kanapee, 8 Fauteuil, 1 Klavierflügel, 9 Teppiche und 7 Brücken, Kleidung, Textilien, Bücher, 1 Royal Schreibmaschine, Nähmaschine, Waschmaschine,
1 altfranzösische Bronze-Uhr mit 2 Bronze-Urnen, Porzellan (u.a. Deckelvase Meissen mit dem sächsischen A.-R. und mehrere Dosen), 8 Emailledosen 18. Jh. (Meissen, Battersea, Berlin) uvm. (s. Umzugsgutliste)
Auch festeingebaute Möbelelemente und die Holzvertäfelung der meisten Räume des Hauses in Hamburg wurden in das Umzugsgut verpackt. Allerdings während der Lagerung in Rotterdam und vor der Beschlagnahmung des Umzgsgutes nach Hamburg zurücktransportiert.
EUR
LASH Abt. 510 Nr. 9626
LASH Abt. 352.3 Nr. 8432
Gutachten / Expertise
Hertha Reinhardt, geb. Fischer
Hertha Reinhardt kannte den Bleichröderschen Haushalt und Besitz. Sie macht Angaben über die Meissner A.-R.-Vase, deren Wert sie mit etwa 6.000 DM beziffert, die Meissner Porzellen-Dosen mit jeweils 700 bis 900 DM, die Emailledosen zwischen 500 und 650 DM.
EUR
LASH Abt. 510 Nr. 9626
Rückerstattungsverfahren / Compensation procedure
Wiedergutmachungskammer des Landgerichts Kiel
Weder die Gemälde noch die Bronzeuhr sollen sich nach Angaben der Lübecker Museumsverwaltung (1954, St. Annen-Museum, Lübeck) jemals in ihrem Besitz befunden haben.
Anfangs vom Wiedergutmachungsamt in Lübeck verhandelt, 1955 dann an die Wiedergutmachungskammer Kiel übergeben. Hier Vergleich im Jahr 1965.
165000
EUR
LASH Abt. 352.3 Nr. 8432
Further information
Aussagen des ehemaligen Gärtners und des Tapezierers der Bleichröders im Verlauf des Rückerstattungsverfahrens bestätigen eine besonders hochwertige Ausstattung: "Das Haus war ein Schmuckkasten. Alles war vom Besten und vom Teuersten. Bestimmend für die Einrichtung war damals Fräulein von Waldhausen, die im Hause Bleichröder ihren Geschmack ohne Rücksicht auf Kosten walten lassen konnte."
Auch festeingebaute Möbelelemente und die Holzvertäfelung der meisten Räume wurden in das Umzugsgut verpackt. Teile davon hat Helmut Grünwald, der 1941 das Grundstück und das Bleichrödersche Haus gekauft hatte, aus Holland zurückgefordert, da die seiner Ansicht nach "zum Haus selbst gehörte". Auf Anregung eines Herrn Siebenbrodt bemühte er sich, daß "die aus dem Hause entfernten, urpsrünglich fest eingebauten Einrichtungsgegenstände, die in Holland lagen und beschlagnahmt waren, nach Hamburg zurückkamen."
Was ihm zu Teilen auch gelang: "Zurückerhalten habe ich etwa die Hälfte der Täfelung (Herrenzimmer, nicht Halle oder Treppenhaus), 2 Bücherschränke, die zur Täfelung gehörten, 2 Einbauschränke aus dem Ankleidezimmer und 1 Kastenbank aus dem Flur. Sonst ist meines Wissens nichts zurückgekommen."
Weiter sagt Grünwald aus:"Aus dem Esszimmer ist meines Wissens weder etwas entfernt worden, noch ist die Esszimmertäfelung zurückgekommen. Die Wandbespannung war aus dem ganzen Hause entfernt. Davon habe ich nichts wiedergesehen. Das Esszimmer hat heute noch an den Stirnwänden zum Garten links und rechts in der Täfelung eingebaute Vitrinen. Außerdem ist m.W. ein eingebautes Buffet da gewesen, und zwar auf der gegenüberliegenden Wand. Daß sonst noch Vitrinen und Täfelung im Esszimmer gewesen wären, ist mir nicht erinnerlich."
Quelle: Aussage im Rückerstattungsverfahren 1956 - siehe in Dokumente)
Im Umzugsgut befanden sich folgende Kunstwerke. Sie wurden, zusammen mit einigen Koffern und Tepichen, während der Lagerung in Rotterdam aus dem Umzugsgut aussortiert und an Paul und Frieda Bleichröder nach New York verschickt.
Kunstwerke (insgesamt 10):
2 x Gemälde von Thomas Herbst, "Eine Landschaft mit Kühen an einem Teich" und "Landschaft"
1 x Ölgemälde von [Friedrich] Kallmorgen, "Mädchen mit Ähren"
1 x Ölgemälde von Plontka [Paul Plontke, 1884-1966], "Kinderkopf"
1 x Ölgemälde von [Elisabeth?] Schönleber, "Kate"
2 x Ölgemälde von [Willy] Ter Hell, "Landschaft" und "Winterlandschaft
1 x Ölgemälde von Povorina Ahlers-Hestermann, "Blumenstück"
1 x Ölgemälde von Hariet Wolf, "Blumenstück"
1 x Ölgemälde von Ivo Hauptmann, "Blumen"
+ 6 weitere nicht näher benannte Gemälde (s. hierzu Umzugsgutliste, Nr. 24-33, 38, 53-57)